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Donaulandschaften von Axel Petri-Preis
Georg Vinokic meinte einst, er sei ein Ureinwohner der pannonischen Tiefebene, jenem Sedimentbecken, das sechs Staaten und damit Vinokics alte und neue Heimat umfasst, und deren Landschaft maßgeblich von der Donau geprägt ist. Die tiefe Verwurzelung Vinokics in dieser geographischen Gegend, lässt sich an seinen Bildern seit 2005, die er unter dem Titel „ist die zeit gerade oder gebogen“ zusammenfasst, besonders eindrucksvoll verfolgen.
Waren es in den ersten Arbeiten dieser Serie Fische, Boote und Netze, also kleine Details, die Vinokic in den Mittelpunkt seiner Bilder stellte – er zoomte sich also gleichsam in die Landschaften hinein – vollzieht er nun einen Perspektivenwechsel hin in die Totale. Im Fokus sind nun Donaulandschaften. Gleich geblieben ist die für Vinokic so typische äußerste formale Reduktion: die Silhouette der Berge, die Wasseroberfläche der Donau (in Form von minutiös ausgearbeiteten, großen Flächen), der Horizont und die unverzichtbare und für Vinokic charakteristische Zickzacklinie. All das verarbeitet der Maler nun in beinahe monochromen Bildern – auch was die Farbe betrifft also absolute Reduktion.
Claudio Magris schreibt in seinem Buch „Donau und Post-Donau“: Donau ist eine Metapher für die Komplexität, für die vielschichtige Widersprüchlichkeit der zeitgenössischen Identität. Er spricht damit den Donauraum als historisch immens bedeutenden Ort ebenso an wie seine Stellung als Kulturraum und dessen Bedeutung für die Identitätsfindung der Völker entlang des Flusses.
Seit jeher ist die Donau Inspirationsquelle für viele Schriftsteller, Komponisten und Künstler. Besonders in der Musik spielt sie eine große Rolle, man denke nur an das berühmte Neujahrskonzert, das wohl nichts wäre ohne den Donauwalzer von Strauß, um nur ein populäres Beispiel zu nennen.
Diese Tradition führt Georg Vinokic in seiner intensiven Beschäftigung mit der Donau fort. Und auch die reiche musikalische Tradition findet – übertragen in sein eigenes Medium, die Malerei – Ihre Fortsetzung. Nicht nur bezieht er sich im Titel seiner Serie auf ein frühes Saxophonquartett seines Freundes, des Komponisten Bernhard Gander, die Musik ist seinen Bildern auch inhärent.
Quasi als Variation über ein Thema verarbeitet und entwickelt Vinokic sein reduziertes Ensemble an Motiven, die den BetrachterInnen in unterschiedlicher Größe, Farbe und Anordnung begegnen.
Polyphone, kontrapunktische Stimmführungen sind dabei ebenso erkennbar wie solistische Stellen und Vinokic erweist sich als Meister der malerischen Gestaltung von musikalischer Dynamik und Orchestrierung. Die unterschiedlichen Formate lassen, gleich einer ausdifferenzierten Dynamik, immer neue Details erkennen, die farbliche Gestaltung verweist einerseits auf die verschiedenen Tageszeiten und deren je unterschiedliche Lichtverhältnisse, und lässt andererseits die Motive – gleich einem Wechsel der Instrumentengruppe – sprichwörtlich in einem neuen Licht erscheinen.













